
Die Burg Montefalco
Der antike Falisker hatte das Aussehen eines rational aufgebauten „römischen castrum“, von dem noch der „cardo“ und der „decumanus maximus“ zu erkennen sind. Nach dem Untergang des Römischen Reiches war Coccorone die instabile Grenze zwischen Langobarden und Byzantinern. Kurz nach dem Jahr 1000 wurde rund um die Burg eine Mauer errichtet. 1037 bekräftigte „der Salische“ Konrad II. durch den Erlass der constitutio de feudis die Reichsabhängigkeit der Burg. Friedrich I. Barbarossa ernannte Monaldo VI. von Antignano zu ihrem Graf und unterstellte 1177 Montefalco der Stadt Foligno.
1185 hielt er sich während des sechsten und letzten Einfalls in Italien einige Tage hier auf und schenkte Rainaldo I. und dessen Sohn Napoleon III. einen abgerichteten Jagdfalken, der zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Im Jahr 1217 wurde Napoleon III. der Besitz von Coccorone mit den Türmen und Burgen des Territoriums bestätigt. Friedrich II. und sein Sohn hielten sich 1240 einige Tage hier auf (zu dieser Gelegenheit errichtete man das Spitzbogentor, über dem das Kreuz und der kaiserliche Adler sowie der Name des Stadtvogts Lopardo zu sehen ist). Im Jahr 1249 gab Friedrich II. dem Ort den Namen Montefalcone. 1324 wurde der zweite und größere Mauerring errichtet, unterteilt von Wachtürmen, Bastionen und Stufen, die der Burg das Aussehen einer uneinnehmbaren Festung verliehen. Die Gemeinde rief 1386 Ugolino III. Trinci zu ihrem Gonfaloniere und Herrn aus; 1392 erkannte Bonifazius IX. Ugolino das Vikariat für 5 Jahre an. Montefalco, der Herrschaft der Familie Trinci müde, bat im Jahr 1431 darum, von ihr befreit zu werden: Dieses Privileg wurde von Papst Eugen IV bewilligt. Mit einem gewaltsamen Nachtangriff versuchte Konrad XV. Trinci 1434, wieder in den Besitz der Burg zu gelangen: Diese war aber so gut ausgerüstet, dass sie den Angreifern widerstehen konnte. Aus Rache unternahm Konrad blutige Einfälle und griff die Burgen der Umgebung an. Trotz des starken Verteidigungsapparates wurde Montefalco im darauffolgenden Jahr von Nicolò Fortebracci erobert. Verängstigt durch die Drohungen des Papstes übergaben die Einwohner von Montefalco im Jahr 1439 Kardinal Johannes Vitelleschi die Schlüssel der Stadt; der Kardinal errichtete hier sein Hauptquartier, nahm die Familie Trinci gefangen, tötete sie und zerstörte die Festung, von der heute nur noch einige Spuren erhalten sind. Nach der Vernichtung der Familie erhielt die Gemeinde Montefalco die Anerkennung ihrer Freiheit und territorialen Integrität, die Festung wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. Von ihr sind heute noch bedeutende Spuren zu sehen: Ein großer Teil des Mauergürtels, zuerst mit guelfischen und dann mit ghibellinischen Zinnen, vier Tore - Camiano, Della Rocca, Il Verziere und Federico II. – sowie ein quadratischer Eckturm. Das Tor „Il Verziere“ mit seinen ghibellinischen Kragsteinen und Zinnen ist von den vier Toren das gewaltigste. Von der antiken mittelalterlichen Struktur sind noch beachtliche Zeugnisse erhalten: Die charakteristischen Gassen, der 1270 errichtete Palazzo del Popolo (heute Rathaus) und einige Wohnhäuser aus dem 14. Jh.. Nicht nur aufgrund ihrer strategischen und defensiven Wichtigkeit war die Burg immer von großer Bedeutung, sondern auch aufgrund ihrer Position, die ihr 1568 den Beinamen „Geländer von Umbrien“ einbrachte. In der Renaissance wurde sie zur Wiege berühmter Künstler, die wertvolle Zeugnisse ihrer Werke hinterließen.
Fabbri
Auf halbem Weg zwischen Trevi und Montefalco überragt die Burg Fabbri von einem Hügel aus die Ebene, in der vorwiegend Wein angebaut wird. Im 14. Jh. erbaut, war sie Teil des Verteidigungssystems von Albornoz. Ende des 14. Jh. gelangte sie unter die Herrschaft der Trinci; in dieser Zeit wurde sie Bastida Fabrorum genannt und unterstand einem „castellanu fido con socio“, der über ein monatliches Gehalt von fünf Goldgulden verfügte. Nach dem Tod von Konrad XV. (III.) Trinci unterstand sie der Herrschaft von Trevi. Picolpasso beschreibt die Burg so: „Sie hat starke und hohe Mauern: Sie steht in der Ebene und grenzt an Spoleto an. Sie verfügt hinreichend über jede Sorte von Früchten. Ihre Einwohner sind Bauern. Sie zählt ca. 50 Familien mit der Umgebung. In der Burg wohnt nur der Wächter. Um sie herum sind Wassergräben.“
Fabbri gehörte anschließend der Gemeindefraktion Cannaiola an und wurde 1820 Montefalco eingegliedert. Die Burg hat eine schiefe rechteckige Form mit hohen Zinnenmauern, viereckigen Bastionen, Graben und Zugbrücke. Noch intakt ist der 20 Meter hohe Hauptturm, errichtet im Jahr 1395 von Gregorio da Cerreto, der auch den Turm von Matigge baute; der quadratische Hauptturm mit einer Seitenlänge von 7 Metern, unter dessen Grundmauern sich lange unterirdische Gänge befinden, erhebt sich majestätisch in der grünen Ebene. Der Turm liegt in einer perfekten Linie mit den Türmen von Matigge, Montefalco und Morcicchia und die Legende erzählt, dass sie durch einen unterirdischen Laufgraben verbunden waren.



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