
Kirche S.Bartolomeo
Sie ist eine der ältesten Pfarrkirchen der Stadt. Da die Gemeinde, im Einverständnis mit dem Bischof von Spoleto, die im neuen befestigten Weiler verstreute Bevölkerung zusammenziehen wollte, wurden ihr zwischen 1222 und 1236 verschiedene Landkirchen eingegliedert.
In der zweiten Hälfte des 15. Jh. wurde das Taufbecken der Pieve S. Fortunato hierher gebracht. 1489 führte man wichtige Innenarbeiten, besonders in der Apsis, durch. Auf Verwendung der Gemeinde Montefalco hin wurde sie 1599 zur Kollegialkirche ernannt. Da sie von eher bescheidener Größe war, beschloss man 1610 auf Anregung des Bischofs von Spoleto ihre Erweiterung, die dann 1646 vollendet wurde.
Der heutige Außenteil der Apsis bewahrt wichtige, auf das 11. Jh. datierbare Elemente, die Teil der ursprünglichen romanischen Konstruktion sind. Erhalten ist das wertvolle Fugenportal, dessen Widerlager mit Reblingen und Weintrauben geschmückt sind. Im 17. Jh. wurde es der Lünettenwand beraubt, auf der sich das Lamm Gottes befunden hatte. Rechts des Portals befinden sich ein ein- und ein zweibogiges Fenster, die dem aus dem 11. Jh. stammenden Raum neben der Kirche Licht spenden.
Kirche S.Lucia
Diese kleine Kirche aus dem 12. Jh. wurde von den Benediktinermönchen der Abtei S. Stefano di Manciano in Trevi gegründet und unterstand dem Prior von S. Maria di Turrita. Während des ganzen 13. Jh. wurden in dieser Kirche zahlreiche notarielle Urkunden verfasst. 1231 gliederte ihr der Bischof von Spoleto noch andere, von denselben Mönchen abhängige Landkirchen ein. In den Jahren 1290-1291 brach zwischen dem Bischof von Spoleto und dem Abt von S. Stefano di Manciano ein Streit über die Ernennung des Kirchenrektors aus. Die Kirche ging 1295 an das Kapitel der Kathedrale von Spoleto über, das sie jedoch vollkommen verfallen ließ. 1727 befahl der Bischof die Restaurierung des hinteren Teils, der völlig zu verfallen drohte. Die Gemeinde Montefalco widersetzte sich im Jahr 1793 vergeblich der Demolierung des zum Tal gerichteten einsturzgefährdeten Teils. Die Kirche wurde auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe verkleinert und im Laufe der Zeit stürzte auch das Dach des bis dahin noch intakten Teils ein. Erst 1926 und anschließend 1977 wurde die Kirche restauriert.
Kirche S. Rocco, früher S. Maria della Selvetta
(Camiano)
Die Legende erzählt, dass der hl. Franziskus im Jahr 1215 hier ein kleines Kloster gründete und ganz in dessen Nähe wie durch ein Wunder Wasser sprudeln ließ. Tatsächlich ist die erste Ansiedlung der Franziskaner schon im Jahr 1242 und bis zum Jahr 1275 dokumentiert. Nach den Franziskanern machten dann die Brüder des dritten Ordens das Kloster zu einem ihrer wichtigsten Sitze; hier bewahrten sie das Archiv, die Regel und den Siegel des Ordens auf. 1526 verließen die Ordensbrüder diesen Sitz und gingen in das Kloster S. Maria della Selva Mattutina. Die Fassade des bescheidenen und einfachen Baus präsentiert einen großen, heute abgedichteten Bogen, der früher in ein großes Atrium vor der Kirche führte. Im Innenraum sind noch das Tonnengewölbe und die Apsis erhalten.
Kirche S. Cassiano
(Fratta – entlang der Straße, die von Fratta nach Spoleto führt, nach der Brücke über dem Ruicciano) )
Die kleine Kirche S. Cassiano wird schon in der ersten Hälfte des 13. Jh. erwähnt. Heute dient diese sehr schlichte Kirche als Oratorium.
Kirche S. Maria della Selva Mattutina
(Madonna della Selvetta – entlang der Straße von Todi in Richtung Bastardo, auf einem Hügel in der Nähe von Colle del Marchese)
Die von dieser Kirche verbliebenen Teile können auf das 12. Jh. datiert werden. Das Eingangsportal aus der Spätrenaissance trägt das Datum 1592, das später in 1692 korrigiert wurde, wahrscheinlich infolge der Restaurierung der Kirche. Auf der rechten Seite befindet sich ein kleiner monolithischer, mit Reblingen verzierter Bogen.
Kirche S. Fortunato
(in der Nähe von Montefalco, entlang der Straße, die nach Fabbri führt)
Angaben über die Ursprünge dieser Kirche erhält man von der Ende des 12. Jh. geschriebenen Legende des Schutzpatrons. Nachdem S. Fortunato, Priester der Kirche von Turrita, gestorben war, wurde sein Körper auf dem Feld, dessen Besitzer er war, begraben. Nachdem der Magister militum Severo einige Jahre später aufgrund der Fürbitte des von ihm verehrten Heiligen wie durch ein Wunder aus den Händen des Patriziers von Ravenna, der ihn hatte gefangen nehmen lassen, befreit worden war, ließ er an dieser Stelle eine dem Heiligen geweihte Basilika errichten. Die Kirche wurde im Fundas Varianus gebaut, das später den langobardischen Herzögen von Spoleto gehörte. Im 11. Jh. unterstand sie der Gerichtsbarkeit der Abtei von Sassovivo. In einer nicht genau bestimmbaren Zeit ging sie an die Bischöfe von Spoleto über, die im Laufe des 13. Jh. häufig dort residierten und zahlreiche Dokumente datierten. 1442 bat der Observant Bruder Antonio da Montefalco die Gemeinde um die Zusage, die er auch erhielt, das heutige, neben der Kirche liegende Kloster zu bauen. Heute befindet sich vor der Kirche ein im 15. Jh. wieder aufgebauter vierseitiger Portikus, der von vier antiken, vielleicht von der ursprünglichen Kirche stammenden römischen Säulen getragen wird. Der einschiffige Innenraum mit leicht spitzbogigem Gewölbe ist vielleicht aus dem 12. Jh., die Apsis könnte während der Restaurierungsarbeiten im Jahr 1339 zugefügt oder neu aufgebaut worden sein.
Kirche S. Maria di Turrita
(Turrita)
Der ursprüngliche Teil des einschiffigen Gebäudes mit Apsis und leicht erhöhtem Presbyterium lässt sich auf die erste Hälfte des 12. Jh. datieren. Die Kirche unterstand der Abtei S. Stefano di Manciano in Trevi. Das erste Dokument geht auf das Jahr 1161 zurück; ein weiteres Dokument von 1216 erwähnt die vordere Verlängerung der Kirche während durchgreifender Arbeiten. Die Außenmauern bestehen aus Quadersteinen. Erhalten sind die im Jahr 2001 restaurierte und mit kleinen Bögen verzierte halbrunde Apsis sowie ein Fugenportal des 12. Jh. an der linken Längsseite, das früher das Hauptportal war. 1952 wurde es beschädigt, um das Zierband mit den Skulpturen des Papstes und des Kaisers zu entfernen. Die Skulpturen wurden dann auf der heutigen Fassade angebracht. Neben der Kirche befand sich das Kloster, dem seit 1172 immer ein von der Abtei S. Stefano di Manciano ernannter Prior vorstand. 1295 fielen die Kirche und das Kloster unter die Gerichtsbarkeit der Kapitelmensa von Spoleto, was die Beseitigung des Klostergebäudes mit seinem Kreuzgang von 1218 und seinem Kapitelsaal von 1223 zur Folge hatte.



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