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Die Burgen in der Gemeinde Bevagna

 

Torre del Colle 
Ursprünglich Torre S. Lorenzo (10. Jh.) genannt, war Torre del Colle ein altes Lehngut der Grafen Antignano, deren Name von der gleichnamigen Burg stammt, die der Mittelpunkt der ausgedehnten Besitztümer der Grafen im Territorium von Bevagna ist. Die Antignano waren immer kaisertreue Ghibellinen und hatten wichtige öffentliche Ämter inne. Zusammen mit Cantalupo, Castelbuono, Limigiano und Gaglioli stellte die Burg ein ausgesprochen effizientes Verteidigungssystem für die Beherrschung des Territoriums dar.
Im 13. Jh. herrschten die Grafen über Coccolone (Montefalco), Bevagna, Foligno, Cannara und Gualdo Cattaneo: Mit Beginn der Oberherrschaft von Foligno und mit dem Tod Friedrichs II. (1250) wurde die Grafschaft schwächer und löste sich auf. Die Grafen Antignano zogen nach Foligno um und erklärten sich zu Untertanen der Kirche: Einige nahmen den Namen De Comitibus, andere den Namen Rainaldi an. Nach der Schlacht von Gaglioli weiteten die Einwohner von Todi 1273 ihre Herrschaft bis zur Burg aus, die im Jahr 1377 wieder von Perugia eingenommen wurde. Der gerade gewählte Urban VI. bestätigte im Mai 1378 die Herrschaft von Perugia. 1386 unterwarf sich Ugolino III. Trinci, doch 1392 verlieh ihm Bonifazius IV. den Titel Päpstlicher Vikar und setzte ihn mit vollen Befugnissen in den beherrschten Gebieten Foligno, Nocera, Bevagna, Montefalco und allen ihren Burgen mit einem Jahresgehalt von 1500 Goldgulden ein.
Begierig, ihre Besitztümer wieder zu erlangen, verbündeten sich die Einwohner von Todi 1395 mit Biordo Michelotti gegen Ugolino: In der Nähe von Bevagna wurde eine blutige Schlacht mit hohen Verlusten auf beiden Seiten ausgetragen. Die Burg fiel wieder unter die Gerichtsbarkeit von Todi.
Nach Biordos Tod (1398) eroberte Ugolino III. im Namen der Kirche einige Burgen zurück, darunter Torre del Colle. Zur Verteidigung setzte er dort Manenti von Bevagna als Statthalter ein, jedoch ohne Jahresgehalt; im Falle eines Angriffs musste die Burg darüber hinaus selbst für ihre Verteidigung aufkommen und Soldaten im Territorium der Gerichtsbarkeit rekrutieren.
Im Jahr 1500 ermöglichten die Statuten von Bevagna den Männern von Torre del Colle, sich in jeder Hinsicht als Bürger Bevagnas zu betrachten. Im 17. Jh. bekam das Dorf seinen heutigen Namen.
Dank des Mauerrings mit dem ins Attone-Tal  gerichteten halbzylinderförmigen Wachturm und des Glockenturms der Kirche S. Lorenzo hat dieses befestigte Dorf bis heute seinen mittelalterlichen Charme erhalten. In das Dorf gelangt man durch einen Spitzbogen aus Sandstein; man geht durch einen Bogenlauf hindurch, unter dem sich eine auf Konsolen befindliche Außentreppe befindet und stößt dann auf eine malerische Kreuzung; auf der linken Seite ist ein Haus aus dem 15. Jh. mit einem Fenster aus Backsteinen und gemauerten Sandsteinkugeln als Dekoration zu sehen; etwas weiter steht wieder links ein ebenfalls aus dem 15. Jh. stammendes Haus mit einer Fassade, die mit zwei übereinander liegenden Fenstern mit Leibungen aus Backstein geschmückt ist; das obere ist mit Sternornamenten verziert. In der Nähe befindet sich die Einsiedelei S. Giovanni, die im Jahr 1320 vom Seligen Ugolino errichtet wurde.





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