Die Burgen in der Gemeinde Giano dell´Umbria
Montecchio
Laut der Urkunden von Cencio Savelli, Schatzmeister der Kirche, der im Jahr 1192 ein Verzeichnis der Kirchengüter schrieb, war die um das 10. Jh. gebaute Burg ein Lehngut der Herren von Giano. 1247 unterwarf sich die Burg zusammen mit den Orten Giano und Castagnola Spoleto. Nachdem Apollonio di Aldobrandino im Jahr 1293 ihr Landvogt geworden war, unterwarf sie sich 1321 Todi. 1373 ließ Gregor XI. einige Wohnhäuser abreißen und an ihrer Stelle die Festung von Todi bauen (auch Rocca Regia genannt). Bonifazius IX. übergab 1392 Ugolino III. Trinci die Burg für fünf Jahre als Vikarssitz; Konrad XV. Trinci gab dann 1435 dem Statthalter von Perugia, Monsignore Alberto Alberti, zahlreiche Besitztümer zurück, darunter auch Montecchio. Am 30. April 1530 machte Klemens VII. bei seiner Rückkehr von Bologna hier Rast, nachdem er einige Tage zu Gast bei der Familie Bongrazi in Gualdo Tadino gewesen war. Während des Durchmarsches der nach Neapel ziehenden französischen Truppen im Jahr 1553 mussten die Einwohner der Burg in die Berge flüchten, ließen jedoch in der Eile die Burgtore geöffnet. Von 1562 bis 1816 gehörte die Burg zu Spoleto; 1861 wurde sie dann der Gemeinde Giano eingegliedert.
Der Mauergürtel aus dem 14. Jh., über noch älteren Mauern aufgemauert, ist auch heute noch gut sichtbar und umgibt eine kleine Piazza mit dem Gemeindegebäude; auf dem Burgtor ist das Wappen von Spoleto aus dem 16. Jh. zu sehen. Unterhalb der Burg befand sich früher ein noch bis zum 18. Jh. funktionierendes Hospital, Zuflucht der Reisenden auf der alten Via Flaminia.