
Castel Ritaldi
Die Burg liegt genau zwischen Spoleto und Montefalco und erhielt ihren Namen im späten Mittelalter von der Familie Ritaldi, früher die Herren der Burg Morcicchia, die sie zu Lehen hatte. Ende des 12. Jh. wurde sie stark beschädigt, war aber im Jahr 1213 schon wieder vollständig aufgebaut. 1254 wurden die Burg und die Ländereien Spoleto geschenkt.
Zwischen 1285 und 1298 versuchte Spoleto mehrmals mit verschiedenen Verboten, den Bau des von der Kirche gewollten Palazzo des Vizegrafen zu verhindern, weshalb die Arbeiten erst im Jahr 1310 begannen.
Im 14. Jh. hieß die Burg „Castro Litaldi“; 1308 waren Paulus Transarici und Petrus Leonardi, von Beruf Notare, im Gefolge des Stadtvogts von Perugia, Piccardo Manente von Spoleto. Die Burg wurde 1318 von den Ghibellinen besetzt, die Graf Friedrich I. treu ergeben waren; dieser zog gerade mit Tausenden Soldaten durch Umbrien: Castel Ritaldi wurde einer der strategischen Stützpunkte. Zur Verteidigung vor den grimmigen Söldnerkompanien, die das Gebiet heimsuchten, wurde die Burg im Jahr 1360 mit einem robusten Mauerring umgeben. Im August 1498 beherbergte sie einige Tage Lucrezia Borgia, Herrscherin von Spoleto; 1580 wurde sie die Hochburg des Banditen Petrino Leoncilli. 1929 wurde Castel Ritaldi dann zur selbständigen Gemeinde erklärt. Im Jahr 1944 lagerte hier eine abkommandierte Abteilung von 200 Nazis.
Die Burg präsentiert sich auf rechteckigem Grundriss, eingeschlossen in ein rundes Mauersystem mit quadratischen Außentürmen, Schießscharten und Bombardenöffnungen. Nach dem 16. Jh. entstand innerhalb der hohen Bastionen das Dorf mit seinen charakteristischen Gassen. Von der außen liegenden Piazza gelangt man durch ein altes Spitzbogensteintor in die Burg, in der wertvolle Kunstwerke aufbewahrt sind. In der Nähe des Tors befindet sich die alte Residenz des Burgherrn und der Wachmannschaft mit Vordach und Loggia aus dem 15. Jh., die eine imposante Freitreppe überragen.
Castel Giovanni
Sie ist eine der am besten erhaltenen Burgen in der Ebene von Spoleto und liegt zwischen Trevi und Campello.
Kardinal Albornoz ließ sie 1376 errichten und gab sie dann der Familie Botontei zu Lehen. 1400 wurde sie von Ugolino III. Trinci (1386-1415) besetzt. Albertino da Castel S. Giovanni wurde im Jahr 1432 Stadtvogt von Pomonte und Collemancio. Mit einer von Sixtus IV. erlassenen Bulle fiel die Burg unter die Gerichtsbarkeit von Trevi, was einer Bestrafung von Spoleto gleichkam.
Man unterschätzte jedoch den seit langer Zeit bestehenden Streit der zwei Städte um den Besitz der Burg, weshalb sofort Vergeltungs- und Rachezüge durchgeführt wurden. Die Einwohner der Burg, angezogen von wirtschaftlichen und rechtlichen Vorteilen, erklärten Spoleto 1502 ihre Unterwerfung. Es folgten Jahre heftiger Zwiste und Kriege zwischen Spoleto und Trevi (unterstützt von Rom) um den Besitz von Castel S. Giovanni, bis Leo X. im Jahr 1520 die Burg endgültig unter die Gerichtsbarkeit von Spoleto stellte und dafür 3000 Dukaten erhielt. 1875 wurde Castel S. Giovanni eine Gemeindefraktion von Castel Ritaldi.
Die Burg präsentiert sich architektonisch auf quadratischem Grundriss und hat 150 Meter lange Mauern und robuste, zylindrische Ecktürme. Auf der zum Eingangstor führenden Brücke neben einem sehr hohen Turm mit Kragsteinen und guelfischen Zinnen sind noch die Reste der alten Zugbrücke zu sehen. Im Burginneren befindet sich die dem hl. Johannes geweihte Kirche aus dem 14. Jh.



Piazza del Comune n.17 06036 Montefalco