
Kirche S.Maria in Laurenzia
Auf der ursprünglichen Sandsteinfassade aus dem 13. Jh. ist noch ein Rundfenster aus Travertinstein erhalten. Die Kirche wurde später erweitert; aus dem nachfolgenden Jahrhundert stammt das Travertinportal mit Marmorkapitellen und einem mit Weinrebenblättern schön verzierten Bogen. In der Lünette befindet sich ein Relief mit der Madonna del Latte. Das Kircheninnere ist leider unwiderruflich zerstört.
Kirche San Michele Arcangelo
Sie war die erste Kathedrale der Stadt, wurde anschließend Kollegialkirche und von Friedrich II. 1248 abgeschafft. Erst 1620 übernahm sie auf Wunsch des Papstes Paulus V. wieder ihre Funktion. Im Laufe der Jahrhunderte wurden an der Kirche zahlreiche Veränderungsarbeiten durchgeführt: Im 15. Jh. ließ Prior Bernardo Eroli das Dach restaurieren, im 17. Jh. wurden der Innenraum und die Fassade an den Barockstil angepasst. Die ursprüngliche Rosette und ein Teil des Gesims mit kleinen Bögen wurden demoliert und an ihrer Stelle eine neue Rosette geöffnet; das Innere der Kirche und der Krypta wurde vollkommen mit Stuckwerk und Gewölben in „camorcanna“ bedeckt; der obere Teil des am Ende des 12. Jh. gebauten Glockenturms wurde verändert, wobei Teile des ursprünglichen Glockenturms wieder verwendet wurden. 1666 weihte der Bischof von Spoleto die neue Kirche. Weitere Restaurierungsarbeiten sind auf 1741 und 1834 datiert. Zwischen 1951 und 1957 brachte man die Kirche wieder in ihre ursprüngliche Form zurück, indem man die Barockarbeiten demolierte und die fehlenden Teile wieder herstellte. Besonders erwähnenswert unter diesen wieder hergestellten Werken sind der Fußboden, die zum Presbyterium führende Freitreppe, die Holzabdachung sowie das große Fassadenrundfenster mit den kleinen Bögen in der Mitte. In der heutigen Gestalt präsentiert sich die Kirche wie eine Basilika mit erhöhtem Presbyterium und einem mehrschiffigen, durch Säulen mit Passbogen gegliederten Innenraum. Die eingelassenen Bogenrücken werden von Kapitellen getragen, die für die Barockarbeiten abgeschleift wurden. Die auf die ersten Jahre des 13. Jh. datierbare Fassade ist mit Travertinsteinblöcken konstruiert und von ihren drei Türen ist die mittlere reich verziert. Weiter oben gliedern vier fassonierte Lisenen, von denen sich die auf der rechten Seite bis zum Glockenturm hinziehen, die Fassade in fünf Teile; zwischen den Lisenen öffnen sich drei Triforien; darüber verläuft eine Reihe blinder Bögen, die auf Konsolen in Menschen- und Tierkopfform ruhen. Von den Lisenen stehen vier Kopfplastiken hervor, zwei tierische und die dritte in Gestalt eines gekrönten Männerkopfes.
Bei der mittleren Tür an der Stirnseite bestehen die Türpfosten aus zum Teil neu bearbeiteten römischen Gesimsen. Am Bogenkämpfer befindet sich links die geflügelte Büste des hl. Michael mit einem Speer in der einen und einem offenen Buch in der anderen Hand; daneben versucht ein Drache, den Speer des Erzengels mit den Zähnen zu packen; darunter befindet sich eine Inschrift (Rodolfo und Binello machten diese Werke; Christus segne sie immer; der hl. Michael bewahre sie). Auf der anderen Seite ist ein Engel mit einem Kreuz auf einem Stab und einer Schriftrolle zu sehen. Die Krypta besteht aus zwölf Jochen, die durch sechs dünne Säulen gegliedert sind.
Kirche S.Silvestro
Das Gründungsjahr dieser Kirche geht aus der Inschrift neben der Tür hervor: „ Im Jahre des Herrn 1195, unter der Herrschaft des Kaisers Heinrich (VI.), der Prior Diotisalvi und seine Brüder und Maestro Binello leben in Christus. Amen“.
Das heutige Gesicht der Kirche ist das Ergebnis der von 1953-54 ausgeführten Restaurierungsarbeiten. Der untere Teil der Fassade ist mit Travertinsteinblöcken, der obere Teil mit weißem und rosafarbenem Stein konstruiert. Im Gesamteindruck der Fassade stellt ein von der Tür unterbrochener einfacher unterer Teil das beeindruckendste Element dar. Den Innenraum schmückt ein Fries mit einer komplizierten Symbolik: Links befindet sich ein Berg (Christus), dem vier Bäche (die Evangelien) entspringen; aus dem Berg wächst ein üppiger, mit Weintrauben und Weinblättern bedeckter Weinrebentrieb (die Kirche), in dem sich einige Tiere verstecken (die Gläubigen); rechts befindet sich ein Drache, aus dessen Maul ein Fluss strömt (der Dämon). Oberhalb der Tür sind drei Fenster, ein vierbogiges in der Mitte und zwei Biforen rechts und links. Das vierbogige Fenster, dessen Bögen reich mit Pflanzenmotiven verziert sind, wird von acht Doppelsäulen aus wiederverwendetem Marmor getragen; die Biforen präsentieren sich mit gedrehten Säulchen, auf einer einzigen Platte eingelassenen Bögen und Sockeln aus umgedrehten Kapitellen. Der obere Fassadenteil ist unvollendet; rechts sollte sich offensichtlich der Glockenturm erheben. Während das Mittelschiff ein Tonnengewölbe hat, präsentieren sich die Seitenschiffe mit einem Strebegewölbe, ein seltenes Motiv, das man nur in einigen französischen Kirchen und in Umbrien in der Kirche S. Giovenale in Orvieto antrifft. Unter dem erhöhten Presbyterium befindet sich die Krypta in einem einzigen Saal, dessen Kreuzgewölbe von zwei Säulen getragen wird.
Kirche Madonna della Pia (Cantalupo)
Dieses kleine romanische Gebäude wurde vor kurzem restauriert. Erwähnenswert sind die zwei großen Bögen, die sich zu den Seiten hin öffnen, sowie die mit einem Gesimsfries verzierte Apsis. Über dem schlichten Portal ist ein grobes Relief mit einem menschlichen Kopf und einer Blume zu sehen.
Kirche S.Michele Arcangelo (Limigiano - in der Dorfmitte)
Das Gebäude geht auf das 13. Jh. zurück und gehörte zum Kloster S. Angelo (schon 1059 in einer Urkunde von Niccolò II. als ein Kloster erwähnt, das der Abtei S. Pietro in Perugia unterstand. Dieser Abtei war es im Jahr zuvor von Abt Adiamone übergeben worden). 1332 wurde es mit der Zustimmung von Johannes XII. dem Kloster Santa Croce von Sassovivo eingegliedert.
Die Kirche ist mit Sandsteinblöcken konstruiert. Auf der Fassade mit Archivolte befindet sich über einem Rundfenster eine kleine Bifore mit Gabelkapitell. Der dreischiffige, mit Pilastern gegliederte Innenraum wurde 1947 restauriert. Das erhöhte Presbyterium endet in drei Apsiden, eine Haupt- und zwei Seitenapsiden. Die rechte Apsis dient als Sakristei.



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