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Die romanischen Kirchen in der Gemeinde Gualdo Cattaneo

 

Kirche der Heiligen Antonio und Antonino
Unter dem Presbyterium der Pfarrkirche des 19. Jh. von Gualdo Cattaneo befindet sich die Krypta aus der ersten Hälfte des 13. Jh. Die Kirche wurde 1262 auf Wunsch des Volkes konstruiert und die Krypta wurde gebaut, um die Reliquien der Titularmärtyrer der Kirche aufzubewahren. 1464 baute man dann noch die Sakramentskappelle an. Der Glockenturm ist aus dem Jahr 1905. Die Krypta präsentiert sich mit zwei Säulen mit Blattkapitellen, die sechs von Kreuzgewölben mit Rundstabrippen und mit Schwibbögen überwölbte Joche tragen. Der Raum ist rechteckig und endet mit einem kleineren Raum mit Tonnengewölbe, in dem der Altar steht.

 

Kirche S.Bartolomeo (Barattano)
Die Kirche S. Bartolomeo befindet sich vor dem Eingang der Burg, fast ganz an die Mauern geschmiegt. Ihre Struktur aus dem 13. Jh. wurde im Laufe der Jahrhunderte häufig verändert. Das heutige, mit seinen gedrehten Reliefdekorationen auf einzigartige Weise konzipierte Eingangsportal ersetzt das heute geschlossene antike Portal.

 

Kirche S.Maria di Agello (Grutti)
Diese Abtei liegt links der Straße, die von Grutti nach Castelvecchio führt, auf einem kleinen Hügel inmitten der Ruinen der Abtei des 13. Jh. Ihr Ursprung ist unbestimmt; die einzige sichere Angabe geht auf das Jahr 1276 zurück und findet sich im Zensusbuch. Die Fassade mit Satteldach präsentiert sich mit einem Rundfenster und einem Portal mit Rundbogenlünette; auf dem Tympanon befindet sich ein kleiner Glockenturm aus dem 16. Jh., der über dem zuvor vorhandenen aufgemauert wurde. Im vollständig erneuerten Innenraum mit nur einer Halle ist an der Rückwand die Apsis erhalten, die sich außen mit einem abgedichteten einbogigen Mittelfenster präsentiert.

 

Kirche S.Angelo di Sconsolo (Marcellano)
Diese abseits liegende Kirche findet man neben einem ländlichen Gebäude in der Nähe der Abzweigung, die von San Terenziano nach Collesecco führt. Sie wurde vermutlich Ende des 12. Jh. in rein romanisch-umbrischem Stil konstruiert, vielleicht über den Resten eines römischen Gebäudes. Aufgrund des Jubeljahres 1300 wurde sie in der Nähe einer alten Straßentrasse gebaut und diente so vielen Pilgern als Herberge, dass der Rektor am 24. Dezember jenes Jahres den Zensus mit Münzen zahlte, die in unterschiedlichen Regionen der Halbinsel gültig waren. Das einschiffige Gebäude mit Dachbindern hatte ursprünglich ein von Bögen auf Halbpilastern getragenes Tonnengewölbe. Die halbrunde Apsis ist an der Außenseite mit kleinen, von Halbsäulen unterbrochenen Bögen dekoriert. Die Fassade, vor der sich früher vielleicht ein Portikus befunden hatte, präsentiert sich mit einem eleganten Triforium. Das Presbyterium ist durch zwei Stufen erhöht, von denen die eine ein römischer Grabstein ist. Der Altar in der Mitte war S. Michele Arcangelo geweiht. Im Laufe der Zeit diente die Kirche als Lager, steht aber heute leer und hat seit dem Erdbeben von 1997 ein teilweise eingestürztes Dach.

 

Kirche S. Maria del Fico 
Diese kleine einschiffige Kirche wurde oft umgebaut und diente später als Landhaus. An der rechten Längsseite und im Bereich der Apsis sind noch die romanischen Merkmale erhalten. Sie gehörte schon 1275 zur Abtei S. Pietro di Montemartano und genoss bis Ende des 14. Jh. einen ausgesprochen guten Ruf, da Bonifazius VIII., Johannes XII. und Klemens VI. sich für ihre Verwaltung interessierten. Noch im Jahr 1631 hatte sie zwar eine Rente von 40 Scudi, wurde aber schon 1574 zur Unterbringung von Tieren benutzt.

 

Kirche S.Maria (Pozzo - gleich außerhalb der Ortschaft)
Die vor kurzem restaurierte Kirche hat ihren ursprünglichen Aufbau beibehalten: Die Fassade präsentiert sich mit Satteldach und einem Portal, über dem eine Bifore zu sehen ist, an der Rückseite befindet sich die halbrunde Apsis. Sie kann auf das 13. Jh. datiert werden.

 

Abtei di S. Terenziano  (San Terenziano)
Die Abtei ist ein ungewöhnliches Beispiel einer auf zwei Ebenen angeordneten Kirche: Die untere Kirche ist aus der ersten Hälfte des 11. Jh., die obere wurde im späten 13. Jh. gebaut, als auch die Vorderseite der unteren verlängert wurde. Die untere Kirche hat einen dreischiffigen Innenraum, der in drei halbrunden, in der Mauerstärke eingefügten Apsiden mit gleichem Radius endet. Die Gewölbe werden von Pfeilerbogen gegliedert. Die obere Kirche präsentiert sich mit einem einschiffigen Innenraum; das Satteldach wird von drei leicht spitzbogigen Mauerbogen getragen. Aufgrund der barocken Restaurierung gingen die anderen drei Mauerbogen verloren und hinterließen nur noch leichte Spuren im Mauerwerk.

 

Kirche Sant´Apollinare (gleich außerhalb der Burg San Terenziano in östlicher Richtung)
Sie hat ein hufeisenförmiges Portal, über dem das Kreuz der Malteserritter eingehauen ist. Die Bifore und der kleine Glockenturm entstanden während der Restaurierung im Jahr 1922. Der Innenraum hat nur eine Halle mit halbrunder Apsis und von einem Bogen getragenem Satteldach. Heute dient die Kirche als Familiengruft.





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