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Die romanischen Kirchen in der Gemeinde Giano dell´Umbria

 

Kirche San Michele
Die Kirche steht in der Ortsmitte. Aufgrund der zahlreichen Restaurierungen, die letzte im Jahr 1926, sind die ursprünglichen romanischen Merkmale kaum noch erkennbar. Spuren der romanischen Kirche sind nur noch außen, und zwar in den halbrunden Apsiden, an den Außenmauern und teilweise an der Fassade, deren oberer Teil vollkommen verändert wurde, zu sehen.

 

Kirche S. Bartolomeo (Montecchio)
Die Kirche, deren Fassade von späteren Konstruktionen verschluckt wurde, erhebt sich innerhalb der Burg. Im noch sichtbaren Fassadenteil öffnet sich ein Bogenportal mit zwei Fugen; ein behauener Stein in der Lünette trägt das Datum ANNO DOMINI MCCXXIII. In der Mitte der Skulptur ist ein Mann zu sehen, der in der rechten Hand eine guelfische Lilie trägt; unter der Hand steht ein Pfau und rechts davon ein Löwe; an den Enden der Lünette befinden sich zwei ehrfurchtsvoll geneigte Personen.
Der einschiffige Innenraum ist vollständig verändert und präsentiert sich mit einem Dachbinder nach dem Vorbild der Kirchen der Bettlerorden. Erhalten ist noch ein Antependium aus dem 15. Jh., das aus einer nahegelegenen, der Jungfrau Maria geweihten Kirche stammt, die es heute nicht mehr gibt.

 

Abtei di San Felice (San Felice)
Die Kirche San Felice wurde von den Benediktinern am Ort des Martyriums des Bischofs Felice errichtet und liegt etwas abseits ganz in der Nähe der Burg von Giano. Der Geschichtswissenschaftler Iacobilli aus Foligno datiert die Gründung des Abteikomplexes auf das Jahr 950, während die heutige Kirche auf Anfang des 12. Jh. datiert werden kann. 1373 fiel die Abtei unter die Gerichtsbarkeit der Abtei von Sassovivo. Im Jahr ihres Verfalls 1450 wurde sie mit einer Bulle von Niccolò V. dem Eremitenorden Sant´Agostini übergeben. Aufgrund ihres schlechten Zustandes begannen 1452 die Restaurierungsarbeiten, die 1481 beendet wurden. Im 16. Jh. bekam der Innenraum einige Renaissanceelemente, wurde dann aber im 18. Jh. vollkommen verändert: Man entfernte die Treppe des Presbyteriums und verkleidete alle Wände sowie den Apsisbereich vollständig. Die im 16. Jh. aufgestockte Fassade hatte ursprünglich vier Abdachungen, die der Ausrichtung der drei Innenschiffe entsprachen. Über dem Fugenportal ist ein für die romanischen Kirchen dieses Gebietes typisches Triforium mit Säulchen und Kapitellen aus wiederverwertetem Material zu sehen. Der dreischiffige, mit Apsiden versehene Innenraum ohne Querschiff hat ein erhöhtes Presbyterium, dessen Treppe während der Restaurierungsarbeiten im Jahr 1957 gefertigt wurde. Während sich das Mittelschiff mit einem flachen Tonnengewölbe präsentiert, haben die Seitenschiffe ein Kreuzgewölbe. Der Triumphbogen ist von einer Bifore durchbrochen, die sich in der Mitte des von Rundpfeilern lombardischer Tradition gegliederten Schiffs befindet. In der dreischiffigen, mit Apsiden versehenen Krypta mit auf kreuzförmigen Pfeilern ruhenden Kreuzgewölben sind Kapitelle mit sehr schematischen Tierdarstellungen oder Pflanzenmotiven erhalten, datierbar auf das Ende des 11. Jh. Äußerst interessant sind die drei Apsiden lombardischer Abstammung. Sie werden von Lisenen, die an einem hohen Sockel ansetzen und in kleinen Hängebogen enden, dreigeteilt.

 

Kirche San Sabino (San Sabino)
Die zwischen dem 12. und 13. Jh. mit Quadern gebaute Kirche ist heute San Lorenzo geweiht und befindet sich in der Nähe der Ortschaft San Sabino. Vom ursprünglichen Gebäude sind nur noch eine halbrunde Apsis und ein römischer Säulenstumpf, der als Basis für den einfachen Altar diente, erhalten. Der restliche Teil der Kirche wurde im 18. Jh. vollständig verändert.





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