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Die romanischen Kirchen in der Gemeinde Castel Ritaldi

 

Pieve S. Gregorio (entlang der Straße, die Castel Ritaldi mit Colle del Marchese verbindet)
Bis zum Jahr 1828, als der Titel ins Dorf verlegt wurde, war sie die alte Pfarrkirche von Castel Ritaldi. Vermutlich wegen struktureller Schäden wurde die ursprüngliche Konstruktion des Gebäudes im Jahr 1141 teilweise erneuert; besonders an der Fassade sind großflächige Mauerarbeiten erkennbar. Die nach dem Erdbeben von 1997 restaurierte Stirnseite präsentiert sich mit weißen und roten Steinlagen und einem Fugenportal. Entlang dem Eingangsbogen, auf dessen letzter Krümmung man das Datum AN.ML.C.XLI. lesen kann, ist ein Fries mit einer Folge von Szenen und Gestalten angebracht. Unten links ist ein Löwe (CATULUS LEONI) zu sehen, aus dessen Maul ein Schössling kommt, der sich den ganzen Halbkreis entlang windet und im Maul eines zweiten Löwen am anderen Ende endet. Von links nach rechts sieht man einen Mann, der in Weintrauben beißt, dann folgt Samson auf dem Löwen, an dessen Kiefer er sich mit beiden Händen festhält (LEO ET SANSON); daneben sind ein Pfau und ein Greif zu sehen, die in die blühende Weintraube beißen; im Bogenscheitel ist eine lächelnde weibliche Gestalt mit Flügeln abgebildet (die Hoffnung); es folgen eine geflügelte Schlange und eine Gruppe kämpfender Tiere: Ein Hund beißt einen Wolf, der seinerseits ein kleines Wildschwein beißt, das wiederum einem Lamm nachläuft; danach sieht man einen Pfau, der mit seinem Schnabel die Weintraube auseinander bricht, und schließlich den Löwen am Ende. Das von rotem Marmor begrenzte äußerste Band setzt bei zwei vorstehenden Kalbsköpfen (erhalten ist nur noch der rechte) und bei zwei Relieflöwen an, aus deren Mäulern Blumenmotive entspringen, die sich in reich verzierten kreisförmigen Voluten winden. Oben befinden sich neben den Symbolen der Evangelisten die zwei Dämonen (PAMEA und GENOPALUS INFERUS), daneben die Gestalten der Propheten (HIEREMIA und GEZECHIEL P.). Nicht nur der Kircheninnenraum wurde vollkommen verfälscht, sondern auch der abschließende Fassadenteil, da der Rosettenstern fälschlicherweise auf dem kleinen Glockenturm aufgemauert wurde. Auf dem Bildhauerstück erscheint die metrische Inschrift „QUATTUOR HUNC AGNUM CLANGUNT ANIMALIA SANCTUM“ (rund um das Lamm Gottes schreien vier Tiere).

 


Kirche S. Marina (neben dem Eingangstor des Dorfes)
Die Kirche war einem Kloster der Benediktiner angeschlossen, denen im Jahr 1321 die Augustiner nachfolgten und bis 1848 blieben. Von der ursprünglichen romanischen Kirche ist noch das Portal mit Rundstabfugen auf der heutigen Längsseite erhalten. Im 15. Jh. bekam die Kirche durch die Konstruktion des Portikus ihre heutige Ausrichtung; im 18. Jh. wurde sie vollständig restauriert.

 

Kirche S. Pancrazio (Colle del Marchese, in der Mitte der Burg)
Diese Kirche, ein typisches Gebäude des 13. Jh., wurde im 14. Jh. durch den Bau der Polygonalapsis erheblich erweitert. An der auf die kleine Piazza blickenden Längsseite öffnet sich ein Rundbogenportal, durch das man in den einschiffigen Innenraum mit Satteldach und Holzbindern gelangt. In der Kirche werden schon lange keine Messen mehr abgehalten.

 

Kirche S. Maria della Stelletta
Diese verfallene Kirche, vermutlich eine alte Pieve, liegt nicht weit von der Burg entfernt. Im Innenraum ist eine interessante Altarbasis, ein schlanker Säulenstumpf des 8.-9. Jh., erhalten. An den Außenmauern wurden zwei Chorschrankenfragmente eingesetzt, eines davon über der Eingangstür, datierbar um das 9. Jh.

 

Kirche S.Donato di Buiano (Mercatello)
Sie liegt neben einem Bauernhaus auf einer Anhöhe entlang der Straße, die von Todi nach Mercatello führt.
Früher war die Kirche der Sitz eines alten, zwischen 1196 und 1295 gut dokumentierten Benediktinerklosters, das dann im Jahr 1295 von Bischof Gerardo abgeschafft wurde. Von der antiken Klosterkirche, für deren Wiederaufbau zum Teil große, von römischen Gebäuden dieses Gebietes stammende Quaderblöcke verwendet wurden, bleiben nur wenige Spuren.





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